Großer Zapfenstreich für Wilhelm Ippendorf

Das Regenradar ließ die Organisatoren des Großen Zapfenstreichs, Beisitzer Klaus Spittek und den neuen Brudermeister Wilhelm Langen, am Freitagnachmittag noch sorgenvoll dreinblicken, bis auf einen leichten Schauer kurz vor Beginn sollten aber alle Anwesenden trocken bleiben. Trotz der unsicheren Wetterlage durften die Niederbachemer Schützen rund 250 Gäste sowohl aus den befreundeten Bruderschaften als auch von außerhalb der Schützenfamilie begrüßen, welche alle auf dem Parkplatz des Hotel Dahl Platz fanden.

 

 

Wilhelm Langen, der im Januar die Nachfolge des an diesem Abend zu ehrenden Wilhelm Ippendorf angetreten hatte, begrüßte die Anwesenden, darunter Wachtbergs Bürgermeisterin Renate Offergeld, ihr Stellvertreter Christian Stock und den 1. Beigeordneten Swen Christian sowie selbstverständlich alle Würdenträger des Diözesanverbandes Köln und des Schützenbezirks Bonn im Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften (BHDS). Ebenfalls anwesend waren die Vorstände des Bezirks Bonn im BHDS sowie ihr Pendant aus dem Bezirk 10 des dem Deutschen Schützenbund angeschlossenen Rheinischen Schützenbundes und Vertreter der Union Niederbachemer Ortsvereine (UNO).

 

 

Langen stellte heraus, welchen außergewöhnlichen Einsatz sein Vorgänger für die Schützenbruderschaft erbracht hat. Ippendorf war 1967 Mitglied der Sebastianus-Schützen geworden und wurde 1974 zum 1. Brudermeister gewählt. Er führt den Verein durch schwere Zeiten und konnte im Januar dieses Jahres einen Verein übergeben, der in allen Bereichen hervorragend aufgestellt ist. Nebenbei führt er seit 1997 den Schützenbezirk Bonn (BHDS) als Bundesmeister an und erhielt 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Zuletzt wurde ihm mit dem Goldenen Stern zum Sebastianus-Ehrenkreuz die höchstmögliche Auszeichnung des BHDS verliehen, welche nicht auf eine bestimmte Anzahl von Trägern limitiert ist. Zuletzt hob Langen noch hervor, dass insbesondere die Vielzahl an Baumaßnahmen, welche in den vergangenen Jahrzehnten auf der Sebastianushöhe vorgenommen wurden, ohne Wilhelm Ippendorf wahrscheinlich nicht so erfolgreich durchgeführt worden wären, und sagte im Namen der gesamten Bruderschaft noch einmal „Danke!“

 

 

Bürgermeisterin Renate Offergeld nutzte ihr anschließendes Grußwort für eine Ankündigung: Wilhelm Ippendorf wird aufgrund seines bürgerschaftlichen Engagements eingeladen, sich in das Goldene Buch der Gemeinde Wachtberg einzutragen. Auch sie hob hervor, welche Bedeutung ehrenamtliche Mitarbeit für die Gesellschaft, gerade in der heutigen Zeit, hat und weiterhin haben wird.

 

Die Niederbachemer Schützen sind sowohl im Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften als auch im Rheinischen Schützenbund, welcher dem Deutschen Schützenbund angehört, aktiv. Für den Bezirk 10 im RSB richtete dessen Vorsitzender Ferdi Lohmüller seinen Dank an die Hauptperson des Abends. Ippendorf ist einer der Faktoren, weswegen innerhalb der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Niederbachem die beiden Säulen Sport und Tradition seit Jahren Hand in Hand arbeiten. Ippendorfs Verlässlichkeit betonte abschließend Walter Töpfner im Namen der Niederbachemer Ortsvereine und bedankte sich für die immer konstruktive Zusammenarbeit.

 

 

Den weiteren Ablauf erklärte nun der Beisitzer des Vereins, Klaus Spittek. Unter der Führung von Kommandant Armin Schäfer marschierte der Große Zapfenstreich auf dem Platz auf. Begleitet durch die Freiwillige Feuerwehr Niederbachem, deren Mitglieder als Fackelträger fungierten, spielte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter, Löschgruppe Eudenbach, sowie der Tambour-Corps „Siebengebirge“ aus Thomasberg. Die stimmungsvolle Musik endete nach rund einer halben Stunde mit dem Abspielen der Nationalhymne, anschließend zogen alle Anwesenden hinter den Musikgruppen zum Feuerwehrhaus. Dort luden die Niederbachemer Schützen ein, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Viele der Gäste nutzten diese Gelegenheit, um Wilhelm Ippendorf nochmal persönlich zu danken.

 

 

Mit diesem Festakt endet in Niederbachem eine Ära, während der ein kleiner und finanziell gebeutelter Verein Schritt für Schritt zu einem modernen und gesunden Verein entwickelte, in dem zwei Säulen, nämlich Sport und Tradition, gleichermaßen gelebt werden. Das Motto des BHDS – Glaube, Sitte, Heimat – wird ebenso hochgehalten wie die olympischen Werte des Sports. Alle Mitglieder wissen, was wir an „unserem Willi“ hatten und noch haben werden – ein Grund, warum Ippendorf quasi umgehend nach seinem Amtsende zum Ehrenbrudermeister ernannt wurde. Für alles, lieber Willi: Tausendfach DANKE!